Playstation 5 vorgestellt

Feature Hardware

Mit der PlayStation 5 will Sony neue Maßstäbe setzen. Mit einer rasend schnellen SSD, einem neuen Dual-Sense-Controller mit adaptivem Feedback für die Schultertasten, 3D-Audio und hardwarebeschleunigtem Raytracing soll die neue Konsole Spielerherzen höher schlagen lassen. Wir haben uns die PS5 näher angeschaut und zeigen euch, ob sich der Kauf lohnt.

Ein Schwergewicht, auch beim Design

Spielekonsolen, die wie gewaltige Monolithen wirken, sind bei Sony spätestens seit der PS3 kein Fremdwort mehr. Mit ihrem glänzend schwarzen Kunststoff und einer silbernen Verkleidung sorgte die PS3 damals für Begeisterung und Verwunderung zugleich.

Gegen die PlayStation 5 wirkt der Vorgänger allerdings wie ein Zwerg. Zwischen zwei riesigen, weißen Verkleidungs-Blenden, denen der Designer einen geknickten Kragen verpasst hat, steckt ein schwarzer, mit modernster Hardware vollgestopfter Koloss, der mehr wiegt als zwei Ziegelsteine.

Die gesamte Rückseite der Konsole dient, abgesehen von den obligatorischen HDMI-, Strom- und USB-Anschlüssen, ausschließlich der Belüftung.

Insgesamt ist die Verarbeitung hochwertig, es gibt keine scharfen Ecken und Kanten. Sony liefert einen Standfuß mit, der horizontales und vertikales Aufstellen ermöglicht. Liegt die Konsole flach, wirkt sie durch das ungewöhnliche Design ein wenig schief, auch wenn die Wasserwaage etwas anderes sagt. In der Senkrechten verleiht das eingebaute Blu-Ray-Laufwerk der Playstation 5 einen “aufgeblähten Bauch”. Wer beim Spielen nur auf den Fernseher schaut, wird sich daran nicht stören.

Das Innenleben der PlayStation 5

Auch echten Hardcore-Gamern dürfte das Aussehen der Konsole egal sein. Sie interessieren sich vor allem für das Innenleben. Hier hat Sony nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Dominiert wird das Innenleben von einem gewaltigen Kühlkörper. Ansonsten überrascht es nicht, dass die PlayStation 5 die leistungsstärkste Spielekonsole ist, die Sony jemals gebaut hat.

Angetrieben wird das Gerät von einer mit 3,6 GHz getakteten AMD Ryzen Zen 2-CPU, die 8 Kerne besitzt. Für bombastische Grafik sorgt der ebenfalls von AMD stammende Grafikprozessor Radeon RDNA 2 mit 10,28 Teraflops. Das bedeutet, dass diese GPU 10 Billionen Berechnungen pro Sekunde ausführen kann. Kombiniert mit 16 GByte GDDR6 Arbeitsspeicher, über dessen Bus 448 GByte Daten pro Sekunde geschaufelt werden können, sehen Spiele realistischer aus als je zuvor.

Damit die Spiele schnell geladen werden, steht ein 825 GByte Custom NVME SSD-Laufwerk mit einem Datendurchsatz von 8 bis 9 GByte/s zur Verfügung. Zum Vergleich: Das Laufwerk der PS4 schaffte gerade mal 100 MB/s. Ein Spiel wie Marvel’s Spider-Man: Miles Morales lädt die PlayStation 5 in etwa 2 Sekunden. Wartezeiten während des Spiels gibt es gar keine.

Die Leistung im Praxistest

Das Hochfahren der Konsole dauerte bei uns etwa 20 Sekunden. Wird ein für die PlayStation 5 optimiertes Spiel geladen, ist die Ladezeit kaum bemerkbar.

Anders sieht es aus, wenn ein altes Spiel für die PS4 geladen wird. Beim getesteten “The Last of Us” lag die Ladezeit bei etwa 30 Sekunden. Der Grund: Die alten Spiele werden über das Blu-Ray-Laufwerk geladen und kein derartiges Laufwerk auf diesem Planeten schafft 9 GByte/s Datendurchsatz. Optimale Ladezeiten gibt es somit nur, wenn voll auf die SSD gesetzt wird.

Die Audiowiedergabe bei Spielen erfolgt über die von Sony entwickelte Tempest 3D Audio Technologie. Sie sorgt für räumlichen Sound und arbeitet perfekt mit dem neuen, kabellosen Pulse-Headset zusammen. Für die Wiedergaben von Filmen über das Blu-Ray-Laufwerk stellt die PS 5 Dolby Digital und DTS-HD Master zur Auswahl. Dolby Atmos und DTS X unterstützt die Konsole leider nicht.

Unterm Strich überzeugte uns die PlayStation 5 vor allem durch extrem kurze Ladezeiten, einen kaum wahrnehmbaren Lärmpegel und ein effizientes Kühlsystem.

Brandneuer Dual-Sense-Controller

Ein echtes Meisterwerk ist das neue Gamepad. Sony ersetzt DualShock durch DualSense. Spieler spüren jetzt auch an den Trigger-Tasten R und L Vibrationen, wenn Spieleentwickler das neue adaptive Feedback nutzen. Es gibt zudem ein neues, haptisches Feedback, das ganz neue Spielerlebnisse ermöglichen soll. Dafür fehlen allerdings noch die passenden Spiele.

Der DualSense-Controller ist etwas größer und schwerer als der DualShock 4, liegt aber trotzdem angenehm in der Hand. Auch bei längeren Sessions zeigten unsere Hände keine Ermüdungserscheinungen.

Bedingt abwärtskompatibel

Laut Sony laufen auf der PlayStation 5 fast alle PS4-Spiele, unsere vorhandenen ließen sich problemlos spielen. Noch mehr Abwärtskompatibilität, wie auf diversen Websites gemutmaßt wurde, gibt es leider nicht.

Kleiner Trost: Durch ihren Boost-Mode kann die PS5 die Ladezeiten der PS4-Spiele ein wenig verkürzen. Außerdem lassen sich ältere Spiele über den Streaming-Dienst Playstation Now auf die neue Konsole bringen.

Vor- und Nachteile der PlayStation 5

Was ist der größte Anreiz für den Kauf einer Spielekonsole? Die Spiele natürlich! Hier verschafft sich Sony durch seine Exklusivspiele einen klaren Vorteil gegenüber der konkurrierenden Xbox.

Wer sich noch an den Konsolenkrieg zwischen Sega und Nintendo in den 90ger-Jahren erinnert, weiß, dass Sega seinen Konkurrenten damals vor allem durch auf Speed und Leistung optimierte Hardware weggeblasen hat. Diese Geschichte scheint sich gerade zu wiederholen. Dank ihrer Hardware ist die PlayStation 5 derzeit das schnellste und kraftvollste Spielgerät auf diesem Planeten. Jede andere Konsole wirkt dagegen wie eine lahme Schnecke.

Die extreme Power hat aber ihren Preis. Sie muss durch einen gewaltigen Block gekühlt werden, der die PS5 so schwer macht wie zwei Ziegelsteine. Diese Konsole wird niemand gerne auf eine LAN-Party schleppen.

Viel Hardware-Power bedeutet auch viel Stromverbrauch. Die PS5 ist in Teilbereichen sparsamer als sein Vorgänger! Im Ruhemodus mit deaktiviertem Netzwerk zieht die PS5 etwa 1,5 Watt, die PS4 hingegen stolze 5 Watt.

Anders sieht es aus, wenn der Gigant geweckt wird. Während das Spiel Marvel’s Spider-Man: Miles Morales lief, zog die Konsole 203 Watt. Die PS4 verbraucht unter ähnlich starker Belastung nur 177 Watt.

Unser Fazit: Die Spiele-Zukunft hat begonnen!

Keine Frage, mit der PlayStation 5 zeigt Sony eindrucksvoll, wohin sich Spiele und Konsole in Zukunft entwickeln. Trotz enormer Leistung wurde auch auf den Energieverbrauch des Gerätes geachtet und gegenüber dem Vorgänger optimiert.

Der DualSense-Controller ist eine echte Offenbarung und eröffnet völlig neue Spielerlebnisse, sofern die Spielehersteller dies unterstützen.

Abonnements werden in Zukunft immer wichtiger und die Titel binden die Spieler länger als je zuvor. Verzögerungen beim Laden von Spielen werden uns bald wie technische Fehler vorkommen. Der Kunde wird sich schnell daran gewöhnen, dass auch riesige Spiele in 8K-Auflösung und mit hunderten Milliarden Polygonen sofort nach dem Einschalten der Konsole starten.

Beim Launch verfügbare Spiele wie Marvel’s Spider-Man: Miles Morales zeigen eindrucksvoll, was möglich ist. Sie sind aber weit davon entfernt, die PlayStation 5 auch nur ansatzweise auszureizen. Der erste, wirkliche Grafik-Hammer dürfte das angekündigte Gran Turismo 7 werden.

Zum Nadelöhr entwickelt sich nach vielen Spielstunden die eingebaute SSD. Sie bietet laut Hersteller 825 GByte Speicherplatz, effektiv stehen dem Nutzer aber nur 700 GByte zur Verfügung. Für die extrem speicherhungrigen Spiele wären mindestens 5 Terabyte angemessen gewesen. Immerhin, es ist möglich eine externe Festplatte für PS4-Spiele anzuschließen. Außerdem unterstützt die Konsole NVMe-SSD-Laufwerke anderer Hersteller.

Nichtsdestotrotz hat Sony mit der PlayStation 5 eine Konsole geschaffen, die sich sehr gut auf die Zukunft vorbereitet, ohne dabei zu vergessen, was die Spieler an ihrer PlayStation lieben. Sie ist ohne Zweifel die schnellste und komfortabelste Konsole, die das Unternehmen je entwickelt hat – ein ausgeklügeltes Upgrade, das die besten Eigenschaften der PS4 aufgreift und sie noch verbessert. Aber sie hat auch mehr als genug Innovationen unter ihrem gepolsterten Kragen, um sich wie etwas wirklich Neues anzufühlen.

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